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Trendausbruchsstrategie Teil II

Die Dreiecke gehören zu den klassischen Fortsetzungsformationen. Dazu zählen das symmetrische sowie das auf- und absteigende Dreieck. In diesem Kapitel zum Thema Trendausbruchsstrategien werden vor allem die beiden letzt genannten Dreiecke im Mittelpunkt stehen.

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In einem aufsteigenden Dreieck konsolidiert der Kurs des Basiswertes. Allerdings wird der kurzfristige Aufwärtstrend nicht unterschritten. Die Angebotsseite ist zu schwach dazu. Nach oben versperrt eine horizontale Trendlinie den Weg, bis diese dann nach oben verlassen wird. In diesem Fall ist dann der Zeitpunkt zum Einstieg gekommen. Das charttechnische Kursziel errechnet sich aus der Höhe der Chartformation. Dabei wird vom höchsten Punkt des aufsteigenden Dreiecks der tiefste Punkt subtrahiert und zum Ausbruchsniveau dazu addiert. Der Stopp Loss sollte knapp unterhalb der Aufwärtstrendlinie platziert werden. 

Schematische Darstellung eines aufsteigenden Dreiecks/ Quelle: IG, eigene Darstellung

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Praktisches Beispiel an der Aurubis-Aktie / Quelle: IG Handelsplattform

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Im Praxisbeispiel ist der Wochenchart des deutschen Nebenwertes Aurubis zu sehen. Zwischen Februar und November 2005 konnte die horizontale Widerstandslinie bei 18,75/18,97 EUR nicht überwunden werden. In diesem Zeitraum korrigierte der MDAX-Titel, konnte den kurzfristigen Aufwärtstrend jedoch verteidigen. Ende November konnte die obere Begrenzung des aufsteigenden Dreiecks nach oben verlassen werden. In der letzten Handelswoche des besagten Monats wurde zu 19,75 EUR eine Long-Position eröffnet. Der Stopp Loss wurde knapp unterhalb der unteren Chartformation bei 16,80 EUR platziert. Die Differenz zwischen der horizontalen Widerstandslinie und der unteren Begrenzung der Dreiecksformation von 5,79 EUR haben wir zum Ausbruchs-Level von 18,97 EUR dazu addiert. Demnach betrug das charttechnische Kursziel 24,76 EUR. Ende Januar 2006 wurde das genannte Potenzial auf Wochenschlusskursbasis erreicht. Anfang der darauf folgenden Handelswoche konnte die Position zu 24,43 EUR mit einem Gewinn von 5,68 EUR geschlossen werden. Unter Berücksichtigung des möglichen Verlustpotenzials von 2,95 EUR (16,80 – 19,75 EUR) errechnet sich ein Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) von annähernd 2:1.

Bei einem absteigenden Dreieck setzt der Trader auf eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Innerhalb dieser kommt es zu einer technischen Erholung bzw. die Talfahrt kann für eine gewisse Zeit aufgehalten werden. Allerdings ist der Abgabedruck letztendlich zu groß. Die horizontale Unterstützung wird dann nach unten durchbrochen. Gleichzeitig liegen fallende Hochpunkte vor. Wie bei dem aufsteigenden Dreieck wird das charttechnische Kursziel aus der Höhe der Dreiecksformation abgeleitet. Der Stopp-Loss liegt knapp oberhalb der oberen Begrenzung der Fortsetzungsformation.

Schematische Darstellung eines absteigenden Dreiecks / Quelle: IG, eigene Darstellung

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Praktisches Beispiel an der e.on-Aktie

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Als Beispiel für ein absteigendes Dreieck soll uns die e.on-Aktie dienen. Der genannte DAX-Titel hält sich bereits seit geraumer Zeit in einem intakten Abwärtstrend auf. Im Zeitraum von Ende Juni bis Mitte August 2015 ließ der Abgabedruck nach. Es etablierte sich eine horizontale Unterstützung bei 11,62/11,58 EUR. Gleichzeitig waren im Tageschart jedoch fallende Hochpunkte zu beobachten. Am 17. August übernahmen die Bären wieder das Kommando und leiteten den Rutsch unter die Unterstützung ein. Einen Tag darauf wurde zu 11,52 EUR eine entsprechende Short-Position erworben. Aus der Differenz zwischen der oberen und unteren Dreiecksformation wurde ein charttechnisches Kursziel von 10,21 EUR errechnet. Der Stopp Loss wurde mit 12,29 EUR knapp oberhalb des kurzfristigen Abwärtstrends platziert. Dieser brauchte jedoch nicht ins Geschehen eingreifen. Im weiteren Verlauf ging es erwartungsgemäß gen Süden. Am 24. August wurde das Kursziel erreicht. Mit 9,77 EUR konnte die Position am darauf folgenden Handelstag zur Eröffnung mit einem Gewinn von 1,75 EUR verkauft werden. Diesem Gewinn stand ein mögliches Verlustpotenzial von 0,78 EUR gegenüber. Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) betrug 2:1.

In beiden Beispielcharts taucht jeweils ein alt bekannter Trendfolgeindikator auf. Es handelt es sich um die 200-Tage-Durchschnittslinie. Die gewichtete Glättungslinie fungiert als Filter. Im Fall der Aurubis-Aktie stieg der Durchschnitt und der Kurs des MDAX-Titels notierte darüber. Somit lag ein intakter mittelfristiger Aufwärtstrend vor. Bei der e.on-Aktie sah es dagegen umgekehrt aus. Die 200-Tage-Linie zeigte gen Süden und der DAX-Wert bewegte sich darunter. Demnach befanden sich die Notierungen des deutschen Versorgers in einer Baisse. Bei der Beachtung der genannten Kriterien erhöht sich die Eintrittswahrscheinlichkeit wesentlich.

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