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Trendausbruchsstrategie Teil I

In diesem Teil unserer Reihe „Trading-Strategien“ gehen wir bewusst nicht auf Indikatoren als Grundlage von Handelssystemen ein. Vielmehr stehen die so genannten Trendausbruchsstrategien im Mittelpunkt. Den Anfang macht die klassische Schiebezone.

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Gänzlich ohne Indikatoren geht es doch nicht. Zur Identifizierung eines Aufwärts- bzw. Abwärtstrends ziehen wir den alt bekannten 200-Tage-Durchschnitt zu Rate. Steigt die Glättungslinie und die Notierungen des Basiswertes liegen darüber, ist die Wahrscheinlichkeit weiter anziehender Kurse, aus charttechnischer Sicht, recht hoch. Zeigt der gleitende Durchschnitt dagegen gen Süden und der Wert notiert darunter, könnten weitere Tiefs die Folge sein.

Theoretische Darstellung einer Schiebezone im Aufwärtstrend/ Quelle: IG, eigene Darstellung

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Bei einer Schiebezone befindet sich das zugrunde liegende Asset in einer Korrektur. Während dieser Seitwärtsphase holt der Kurs des Index, der Aktie, der Währung, des Rohstoffes oder der Anleihe Luft für einen neuen Kursauf- bzw. abstieg. In einem Aufwärtstrend wird bei Verlassen der Preisspanne nach oben eine Long-Position eingegangen. In einem Abwärtstrend entsprechend umgekehrt. Das Kursziel lässt sich ableiten, indem wir dem Ausbruchsniveau die ein-, zwei- oder dreifache Höhe der Schiebezone dazu addieren. Den Stopp Loss platzieren wir knapp unterhalb der Unterseite der Trading Zone.

Praktisches Beispiel an der FMC-Aktie / Quelle: IG Handelsplattform

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In dem ersten Chart ist die Aktie des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care (FMC) auf Tagesbasis zu sehen. Im Januar dieses Jahres hat der DAX-Titel infolge einer Korrekturphase eine Schiebezone gebildet. Die obere Begrenzung bei 66,86 EUR konnte Ende Februar überwunden werden. Zu diesem Ausbruchsniveau haben wir die dreifache Höhe der Preisspanne (4,69 EUR X 3 = 14,07 EUR) dazu addiert. Das charttechnische Kursziel lautete zu diesem Zeitpunkt 80,93 EUR. Am 26. Februar wurde zu 69,28 EUR eine Long-Position eröffnet. Mitte März wurde unser Kursziel fast erreicht. Es folgte anschließend eine Konsolidierung. Im Anschluss setzte die FMC-Aktie ihren Höhenflug fort und übertraf am 10. April das errechnete Aufwärtspotenzial. Einen Tag darauf wurde die Position zum Eröffnungskurs von 81,68 EUR geschlossen. Der Gewinn der Transaktion betrug 12,33 EUR. Den Stopp Loss-kurs wollen wir natürlich nicht vergessen. Dieser wurde knapp unterhalb der Unterseite der Schiebezone bei 62,10 EUR platziert. Der theoretische Verlust hätte 4,80 EUR betragen. Das Chance-Risiko-Verhältnis lag bei annähernd 3:1.

Theoretische Darstellung einer Schiebezone im Abwärtstrend / Quelle: IG, eigene Darstellung

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Praktisches Beispiel an der RWE-Aktie

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Im zweiten Chart befindet sich deutsche Versorger RWE bereits seit längerem in einem Abwärtstrend. Im Sommer 2015 konnte der Kursfahrstuhl aufgehalten werden, wenigstens für eine gewisse Zeit. Im Tageschart hatte sich eine trendlose Marktphase etabliert. Die Unterseite der Preisspanne bei 14,40 EUR wurde zuerst im Juli nach unten durchbrochen. Am 28. des besagten Monats wurde zu 14,25 EUR eine Short-Position erworben. Zwar kehrte der DAX-Titel daraufhin kurzzeitig in die Schiebezone zurück. Der oberhalb der oberen Begrenzung der Preisspanne bei 15,57 EUR platzierte Stopp Loss-Kurs wurde nicht erreicht. Im August nahm der Abgabedruck deutlich zu. In der Folgezeit rauschte die RWE-Aktie gen Süden. Bei der Kurszielbestimmung wurde vom Ausbruchslevel die dreifache Höhe der Schiebezone (CRV von 3:1) subtrahiert. Das charttechnische Kursziel von 10,89 EUR wurde am 24. August erreicht. Einen Tag später konnte die Short-Position zu 10,49 EUR mit einem Gewinn von 3,61 EUR geschlossen werden. Das Verlustpotenzial betrug 1,17 EUR (14,40-15,57=1,17 EUR).

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