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Risikomanagement

Das Risiko managen

Die Entwicklung einer erfolgreichen Handelsstrategie basiert stets auf einem konsequenten Risiko-Management. Dennoch hat jede, noch so scheinbar sichere Kapitalanlage ein gewisses Risikopotential, wenn sich der Markt gegen Sie wendet.

Wir alle haben unsere eigene Auffassung von Risiko. Jeder Anleger ordnet das einzugehende Risiko vor dem Hintergrund seiner materiellen und/oder psycholgischen Vorraussetzungen individuell und damit unterschiedlich ein. Eine Investition, die dem einen als aufregende Chance erscheint, empfindet der nächste bereits als viel zu spekulativ. Es ist wichtig, dass Sie sich der Höhe des Risikos, das Sie auf sich nehmen, bewusst sind und damit auch wohlfühlen.

Mit einem durchdachten Risiko-Management sollte es Ihnen leichter fallen, Ihr Risiko vernünftig und realistisch einzuschätzen. Hier finden Sie einige methodische Ansätze, die Sie verwenden können:

 

Diversifizierung

Sie können Ihr Risiko bspw. strukturieren und reduzieren, indem Sie Ihr Kapital in verschiedene Anlageprodukte investieren - mit anderen Worten, Sie setzen nicht alles auf eine Karte. Ein vielfältiges, sprich diversifiziertes Portfolio hat zwei wesentliche Vorteile:

Die Auswirkungen einzelner Verlustpositionen reduzieren

Wenn Sie bspw. Ihr komplettes Investment-Kapital in die Aktien eines einzigen Unternehmens investieren, riskieren Sie auch Ihr ganzes Geld, wenn dieses Unternehmen im 'Worst Case Szenario' insolvent geht. Wenn Sie jedoch ein Aktien-Portfolio besitzen, sprich verschiedene Unternehmenstitel erworben haben, relativieren sich die Auswirkungen auf Ihre gesamte Investition. Optional können Sie auch innerhalb der selben Anlageklasse diversifizieren, indem Sie beispielsweise zwar ausschließlich in Aktien investiert sind, dabei aber nach geographischen (Länder) und betrieblichen (Sektoren) Gesichtspunkten diversifizieren

Jedoch kann Sie auch das Verteilen Ihres Kapitals auf unterschiedliche Aktien nicht komplett vor Verlusten schützen, da Sie weiterhin ausschließlich in einer Anlageklasse investiert sind. Ihr Portfolio würde immer noch von all jenen wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden, die die Anlageklasse der Aktien an sich betrifft. Hinsichtlich der Auswahl der sog. 'Asset Classes" wären Sie also nach wie vor sehr einseitig positioniert. Dies führt uns zur...

Verteilung Ihres Investments

Dies ist der Schlüssel zu einem ausgeglichenen Portfolio. Es bezieht sich auf die Art und Weise, wie Sie Ihr Geld auf verschiedene Assetklassen aufgeteilt haben - z.B. wie viel Aktien, Anleihen, Bargeld, Sacheigentum und andere Investitionen Sie haben. Diese Assetklassen bewegen sich oft unabhängig voneinander oder sogar in unterschiedliche Richtung, je nach den ökonomischen Rahmenbedingungen und ihrer wirtschaftlichen Beziehung.

Bei einem deratigen Portfolio sind die einzelnen Positionen in der Lage, sich gewissermaßen untereinander auszutarieren: Verluste einer Anlageklasse können durch eine positive Performance anderweitiger Anlageprodukte aufgefangen werden. Damit sinkt die Schwankungsbreite (Vola) des Investment-Portfolios und Ihre Gesamtperfomance gewinnt an Stetigkeit.

Ausgewähltes Risiko

Natürlich können Sie auch risikoreichere Trades wählen, wenn diese ein aussichtsreiches Gewinnpotential besitzen. In dieser Position wird dann das Risiko entsprechend hochgefahren. Wie bei jeder Anlageentscheidung sollte man sich vor Einstieg aber stets darüber im Klaren sein, wann und warum auf den entsprechen Basiswert spekuliert wird und wo der Exit (Stop bzw. Take Profit) gesucht wird. Dies gilt unabhängig davon, ob der Anlagehorizont kurz- oder langfristig ausfällt bzw. das Investment spekulativer oder konservativer Art ist.

Eine Entscheidungsgrundlage kann in diesem Kontext bspw. charttechnischer Natur sein. So könnten Sie sich dazu entschließen, in einem volatileren Markt long zu gehen, wenn die technische Analyse hier eine potentiell mögliche Aufwärtsbewegung indiziert. Im Abschnitt Technische Analyse erfahren Sie mehr.

Die technische Analyse beruht auf der statistischen Auswertung historischer Kursformationen. Natürlich gibt es keine Garantie, dass sich das gleiche Muster wiederholt. Wenn Sie aber die technische Analyse mit Ihrer individuellen Risikopräferenz kombinieren, dient diese durchaus als eine sinnvolle Entscheidungshilfe dafür, welche risikoreichen Handelspositionen chancenreich sind und in welchen Kursregionen 'StopLoss-Platzierungen' zwecks Risikobgrenzung Sinn machen.

Verlustbegrenzung per Stop-Loss Order

Eine Stop-Loss-Order ermöglicht ihnen vor jedem Handel, exakt das maximal Risiko zu definieren, das Sie bereit sind in Kauf zu nehmen.

Nachdem Sie für sich festgelegt haben, welchen Betrag Sie maximal zu riskieren bereit sind, können Sie die Stop-Order in der entsprechenden Preisregion platzieren. Die möglichen Verluste werden damit begrenzt. Sollte sich der Trade im Anschluss entgegen Ihrer Markteinschätzung entwickeln, wird die Position spätestens nach Erreichen des Stop-Kurses geschlossen.

In unserem Abschnitt Orders erfahren Sie mehr.

 

Überwachen Sie Ihr Chancen-Risiko- Verhältnis

Ein Trade sollte stets ein positives Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) aufweisen, um profitabel agieren zu können. Sie werden sonst auf lange Sicht nicht am Markt bestehen können. Das CRV ergibt sich aus der Relation der potentiellen Gewinnchance zu dem möglichen Verlustpotential.   

Vergleichen Sie also den Geldbetrag, den Sie riskieren, mit dem potentiellen Ertrag und dividieren Sie das Ganze durcheinander. Als Resultat erhalten Sie das sog. CRV - sprich das Chance-Risiko-Verhältnis. Letzteres sollte mindestens 2 zu 1 betragen.

Wenn das Risiko €200 beträgt und der mögliche Gewinn €400, beträgt das Chance-Risiko-Verhältnis 2:1.

Weitere Einzelheiten zur Kalkulation finden Sie im anschließenden Beispiel.

Beispiel: CRV bei Citigroup-Aktien

  1. Nehmen wir an, dass Sie 200 Citigroup-Aktien zu je $27 kaufen (eine Investition von $5.400). Sie setzen zur Verlustbegrenzung einen "Stop Loss" bei $25 (hier wäre Ihr Investition nur noch $5000 wert), um sicherzugehen, dass Sie nicht mehr als $400 verlieren können.
  2. Nach Ihrer Chartanalyse erwarten Sie, dass der Preis in den nächsten Monaten $31 erreicht und setzen hier Ihren "Take Profit".
  3. In diesem Szenario riskieren Sie also $2 pro Aktie ($400) in der Hoffnung, $4 pro Aktie ($800) zu bekommen, falls die Position das Kursziel erreicht.
  4. Rechnung: Chance/Risiko = $800 / $400 = 2/1 Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt damit 2:1.
  5. Weiter Infos zum CRV finden Sie auch in unserem Modul Einen Handelsplan entwickeln.

Emotionalen Handel vermeiden

Bei einer Investment-Entscheidung ist es wichtig, zwischen rationalen und emotionalen Entscheidungen zu unterscheiden. Ausschließlich auf sein Bauchgefühl zu vertrauen, wird früher oder später für eine Schieflage in Ihrem Portfolio sorgen.

Jedes Investment sollte stets durch eine zuverlässige Analyse, sei es technischer oder fundamentaler Natur, abgesichert sein.

Um mehr über die Psychologie zu erfahren, die Ihren Handel beeinflussen kann, besuchen Sie unser Modul Häufige Fehler.

Beim Handel an der Börse ist Disziplin einer der Grundpfeiler für den Erfolg. Ein Trader darf sich niemals von emotionalen Reaktionen (z.B. Stress, Angst, Panik, Gier, Selbstüberschätzung etc.) beeinflussen lassen. Zu wissen, wann Sie Ihre Gewinne und Verluste realisieren müssen, ist essentiell für den langfristigen Handelserfolg an den Kapitalmärkten, insbesondere dann wenn die Märkte stark schwanken.

Die Erstellung eines strukturierten, regelbasierten Handelsplans kann Ihnen helfen, das Risiko zu verwalten, indem Sie - abhängig von Ihren Zielvorstellungen - eine Strategie definieren, und sich fest daran halten. Mehr erfahren Sie in unserem Modul Einen Handelsplan entwickeln.

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