Dax unter 9.900 Punkte – Hexensabbat, Fed-Entscheid und Konjunktursorgen

18.09.2015 - 16:20 Uhr: Wer sich von einem Aufschub der US-Zinswende eine stützende Wirkung erhofft hatte, wurde heute eines Besseren belehrt.

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Quelle: Bloomberg

Nicht nur dass zusehends die Glaubwürdigkeit der Fed auf dem Spiel steht, die Entscheidung eine moderate Leitzinserhöhung erneut auf die lange Bank zu schieben konserviert vielmehr die Ungewissheit über die weitere geldpolitische Marschroute der US-Notenbank. Gerade diese Unsicherheit hatte das Kursgeschehen seit geraumer Zeit äußerst volatil ausfallen lassen. Und nichts verabscheuen Kapitalmärkte mehr als Unsicherheit.

Zudem wird die Hinhalte-Taktik von Janet Yellen nun dahingehend interpretiert, dass die Sorgen um die Weltkonjunktur, geprägt von Wirtschaftsrisiken in China und weiteren Schwellenländern, größer sind als gedacht. Darüber hinaus scheint das Vertrauen in die US-eigenen, offiziellen Wirtschaftsdaten, sprich in die Konjunkturentwicklung der USA, selbst bei den amerikanischen Notenbankern nicht sehr ausgeprägt zu sein. Zumindest wird der Zinsentscheid, nebst weiteren nebulösen Erläuterungen seitens der Fed-Chefin zum weiteren Vorgehen der US-Notenbank, extrem negativ von den Märkten aufgenommen.

Forciert wird die momentan zu beobachtende Abwärtsbewegung noch vom heutigen Verfallstag. Am sogenannten Hexensabbat (Dreifacher Verfall) verfallen alle Terminkontrakte, sprich Optionen und Futures auf Indizes sowie Einzelaktien mit Laufzeitende im September.   

Das bisherige Tagestief markiert der deutsche Leitindex bei 9.861 Punkten. Bei aktuell 9.891 Punkten weist der Dax ein Minus von 3,3 Prozent aus. Die Europäische Gemeinschaftswährung und Gold können dagegen von der weiterhin expansiven US-Geldpolitik profitieren: während sich der Euro nunmehr oberhalb von 1,14 US-Dollar einsortiert, kann das glänzende Edelmetall mit einem Plus von 0,9 Prozent die Marke von 1.140 US-Dollar je Feinunze erobern.  

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