Dax macht die Biege - Angeschlagene Anleihemärkte als Belastungsfaktor

12.05.2015 - 11:30 Uhr: Auch der am vergangenen Freitag gestartete Erholungsversuch ist nicht von nachhaltigem Erfolg gekrönt.

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Quelle: Bloomberg

Nachdem die Aufwärtsbewegung bereits am gestrigen Tag ins Stocken gekommen war, dreht der Dax am Dienstag erst so richtig gen Süden und verliert im frühen Handel mehr als 200 Punkte. Das vorläufige Tagestief wird bis dato bei 11.378 Punkten markiert.

Dabei sorgen vor allem erneute Turbulenzen an den Anleihemärkten für Verkaufsdruck. So verliert der Bund-Future nach der jüngsten Stabilisierung abermals kräftig an Boden und weist aktuell allein für die letzten 2 Wochen ein Minus von mehr als 8 Prozent aus. Ein derartiger Abverkauf ist i.d.R. im schwankungsarmen Bund mehr als außergewöhnlich. Vice versa hat sich die Rendite im besagten Zeitraum mehr als verzwölffacht. Einem Kupon von derzeit 0,645 Prozent stand im April noch eine Rendite von 0,05 Prozent gegenüber.

Und genau daraus resultiert die aktuelle Belastung für die Aktienmärkte. Steigende Renditen am Rentenmarkt schmälern die Attraktivität von Aktien, da nun wieder eine lang vermisste Investmentalternative ihr mögliches Comeback zumindest in Erinnerung ruft. Gerade Aktien und im besonderen solide Dividendentitel konnten vom zinsbedingten Anlagenotstand im Besonderen profitieren.

Allerdings macht ein Spatz, wenn auch ein dicker, noch keinen Sommer. Mittel- bis langfristig dürfte sich die expansive Geldpolitik der weltweit wichtigsten Zentralbanken nicht wesentlich ändern. Die Liquiditätsschwemme der EZB steht erst am Anfang und die so gefürchtete Leitzinserhöhung seitens der Fed dürfte eher später als früher und dann auch nur in homöopathischen Dosen erfolgen. Vor diesem Hintergrund dürfte auch der aktuelle Rücksetzer wieder Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont zum Einstieg in Qualitätstitel bewegen.

Zur Stunde verliert der Dax 2,1 Prozent auf bei 11.429 Punkte. Der Euro gewinnt dagegen 0,9 Prozent auf 1,1258 US-Dollar, was abermals die zuletzt starke inverse Korrelation zwischen europäischer Währung und deutschem Leitindex bestätigt. Die Feinunze Gold zeigt sich bei aktuell 1.185 US-Dollardagegen kaum verändert.

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