DAX: Geldschleuse wird am Montag geöffnet

06.03.2015 - 15:45 Uhr: Im fernen Nikosia hatte EZB-Chef Mario Draghi gestern die Katze aus dem Sack gelassen. Am 9. März beginnt der Ankauf von Staatsanleihen im ganz großen Stil. Über den Erfolg bzw. Misserfolg dieser geldpolitischen Maßnahmen streiten sich derzeit die Experten.

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Quelle: Bloomberg

Das eigentliche Ziel

Mit dem Anleihekaufprogramm, auch als Quantitative Easing bekannt, soll die derzeit negative Inflationsrate wieder bis zum mittelfristigen Zielwert von 2,0% herangeführt werden. Dieser Wert soll nach Ansicht der Europäischen Zentralbank im Jahr 2017 mit geschätzt 1,7% annähernd erreicht werden. Bis 2016 und möglicherweise darüber hinaus werden Wertpapiere im Wert von 1,14 Billionen EUR von der Notenbank gekauft.

Börsen jubeln

Mit dem Quantitative Easing (QE) verschießt die EZB ihren letzten Pfeil aus dem geldpolitischen Köcher. Neben der Verhinderung einer drohenden Deflation steht die Ankurbelung der Konjunktur auf der Agenda. Hierbei kauft die Europäische Notenbank den Banken Staatsanleihen ab. Das daraus resultierende Kapital soll dann in riskantere Wertpapiere wie Aktien oder Unternehmensanleihen investiert werden.

Kritik am QE

Die Kritiker kommen aus den nordeuropäischen Staaten, vor allem aber aus Deutschland. Viele heimische Ökonomen haben die Sorge, dass Mario Draghi das Deflations-Gespenst nur als Grund vorschiebt, um mit dem Anleihekauf die südeuropäischen Staatshaushalte zu finanzieren. Aber auch der makroökonomische Erfolg ist heftig umstritten. Ob sich durch das Quantitative Easing die Kreditvergabe verbessert und zu höheren Investitionen und letztendlich zu mehr Beschäftigung in der Eurozone führt, bleibt vorerst abzuwarten.

US-Arbeitsmarktdaten im Fokus

Heute standen die US-Arbeitsmarktdaten im Mittelpunkt des Interesses. Und diese fielen aus der Sicht der Investoren nicht allzu gut aus. In den Vereinigten Staaten fanden im Februar 295 Tsd. Amerikaner eine neue Arbeitsstelle. Die Marktprognose lag bei 240 Tsd. neuen Jobs. Die Arbeitslosenquote übertraf mit 5,5% die allgemeinen Erwartungen von 5,6%.

Obwohl die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA eher die Sorge auf eine schneller als erwartete Zinserhöhung durch die Notenbank Fed schüren sollten, zeigt sich der DAX eher gelassen und legt weiter zu. Das heimische Börsenbarometer hat mit 11.572 Punkten einen neuen Kursgipfel erklommen. Kurz nach der Veröffentlichung der genannten makroökonomischen Zahlen geriet der EUR-USD weiter unter Druck und liegt momentan unter der Marke bei 1,09 USD. Auch der Goldpreis verliert an Glanz und nähert sich der Unterstützung bei 1.180 USD.

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