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Einen Handelsplan entwickeln

Vorteile eines Handelsplans

Ein Handelsplan kann auf unterschiedliche Art und Weise von Nutzen sein:

 

Richten Sie Strukturen ein, um Ihr Risiko besser zu verwalten

Was bedeutet ein hohes oder geringes Risiko für Sie? Wenn Sie dies im Voraus beziffern, können Sie auch evaluieren, ob ein beabsichtigter Handel zu risikoreich ist. Ihre Risikobewertung pro Trade, bezogen auf die Kapitalisierung Ihres Depots (= Depotgröße) könnte bspw. folgendermaßen aussehen:

Geringes Risiko: 1-2% des gesamten Eigenkapitals
Mittleres Risiko: 2-5% des gesamten Eigenkapitals
Hohes Risiko: Mehr als 5% des gesamten Eigenkapitals
Sehr hohes Risiko: Mehr als 20% des gesamten Eigenkapitals

Beispiel: Bezogen auf eine Depotgröße von 10.000,- €, lässt sich ein Risiko von 3% mit einem Betrag von 300,- € quantifizieren (mittleres Risiko). Bei dem beabsichtigten Trade müssen also die Stop-Loss-Entfernung und die Größe der Stückzahl derart justiert werden, dass das maxinale Verlustpotential den Betrag von 300,- € nicht übersteigt.

Eine andere Möglichkeit, das Risiko einzuschätzen, erfolgt über die Bewertung des Chance-Risiko-Verhältnisses pro Trade. Letzteres ergibt sich aus der potentiellen Gewinnchance (Distanz der Take-Profit-Order zum Einstiegskurs) in Relation zum Verlustrisiko (Distanz der Stop-Loss-Order zum Einstiegskurs) , das Sie vor dem Investment in Kauf nehmen. 

Eine detailiertere Erläuterung bzgl. der Formen des Risiko-Managements finden Sie in unserem Abschnitt Risikomanagement.

Entwickeln Sie zuvor Einstiegs- und Ausstiegskriterien

In vielen, wenn nicht in den meisten Fällen, gehört das Timing des Einstiegs und des Ausstiegs zu den stressigsten und zeitintensivsten Phasen des Börsenhandels.

In diesem Kontext besteht ein erhöhtes Risiko, dass eine Entscheidung nicht mehr rational, sondern emotional getroffen wird. Deswegen kann es extrem hilfreich sein, klare und verbindliche Einstiegs- und Ausstiegskriterien zu definieren, an die man sich hält.

Sie können zum Beispiel die Charttechnik (Technische Analyse) nutzen, um bestimmte Markttrends zu verfolgen und sich verpflichten, nur dann in einen Trade ein- oder auszusteigen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (z.B. signifikanter Widerstand oder Unterstützung erreicht oder gebrochen o.ä.). Alternativ können Sie sich zwecks Ausstieg auch an bestimmten Gewinn/Verlust-Limits orientieren.

Zudem ist es vorteilhaft, ein paar Leitlinien zu haben, die Sie in einer gefühlsfreien Umgebung aufgestellt haben, fern vom Druck eines aktuellen Handelns.

 

Bleiben Sie fokussiert und rationalisieren Sie Ihre Entscheidungsprozesse

Die Finanzmärkte bewegen sich manchmal sehr schnell und eratisch. In solchen Momenten kommt es nicht selten vor, dass hastige und überstürzte Entscheidungen getroffen werden.

Ein Handelsplan ist ein wesentlicher Referenzpunkt in solchen Situationen, weil Sie viele Entscheidungen schon zuvor getroffen haben, um die Dramen vorwegzunehmen, denen Sie begegnen könnten. Handeln Sie nach Ihrem Plan und treffen Sie keine spontanen Entscheidungen.

Ein Handelsplan hilft, die Emotionen aus Ihrem Handel herauszuhalten. Manche schreiben ihren Erfolg den Emotionen oder ihrem Bauchgefühl zu, aber langfristiger Erfolg basiert fast immer auf einer Strategie, die im Vorfeld ausgearbeitet wurde.

Bewerten Sie kontinuierlich Ihren Handel und verwalten Sie Ihr Geld

Zu einem Handelsplan gehört auch ein Handelsprotokoll bzw. Tagebuch, das Sie nutzen können, um die jeweilige offene Position zu verfolgen: Welche Besonderheiten in der gehandelten Anlageklasse fallen ihnen auf (z.B. hohe oder niedrige Schwankungsbreite oder bspw. stark beeinflusst durch Publikationen bestimmter Konjunkturdaten etc.) Machen Sie sich zudem Notizen über die Gründe für den etwaigen Erfolg oder das Scheitern des Trades.

Ein Handelsprotokoll ist ein exzellentes Werkzeug, um den größeren Kontext im Auge zu behalten. In einem Bild können Sie einen Überblick über Ihren Handelsverlauf bekommen und Erfolge und Fehler, die Sie gemacht haben, identifizieren, analysieren und beim nächsten Mal entsprechend korrigieren.

Ehrlichkeit, Selbstwahrnehmung und Lernfähigkeit sind hier wichtige Fähigkeiten. Die kontinuierliche Bewertung Ihres Handels ist eine der besten Strategien, um Fehler zukünftig nicht zu wiederholen und sich daran zu erinnern, was in der Vergangenheit funktioniert bzw. nicht funktioniert hat.

Vereinfachen Sie Ihren Handel und bewahren Sie Ihre Disziplin

Die Protokollierung Ihrer Strategie innerhalb eines Handelsplans erinnert Sie konstant an Ihre Ziele und auch an Ihre selbstauferlegten Grenzen: Beispielsweise bleibt der Stop-Loss stets dort, wo Sie ihn ursprünglich platziert haben. Wenn überhaupt wird letzterer im Gewinn manuell oder per Trailing-Stop nachgezogen.

Ein schriftlicher Plan ist extrem hilfreich, Ihre Handelsdisziplin zu erhalten. Ansonsten werden früher oder später Emotionen (Hoffnung, Gier, Panik, Selbstüberschätzung) Ihre Handelsaktivitäten beeinflussen und jede noch so gute Handelsstrategie über den Haufen werfen.

Es wird schwieriger von Ihrem Trading-Konzept abzuweichen, wenn dieses die ganze Zeit deutlich vor Ihnen liegt. Legen Sie es auf den Schreibtisch oder kleben Sie es an die Wand. Das klingt banal: Aber es wirkt.

 

Wer braucht einen Handelsplan?

Die Antwort auf diese Frage ist noch kürzer: Jeder. Egal ob Neuling im Handel oder erfahrener Profi: es gibt niemanden, der zweifelsfrei sagen kann, dass er über einem Handelsplan steht oder keinen braucht.

Ihre Erfahrung wird zweifellos das Ausmaß beeinflussen, inwieweit Sie einen Handelsplan brauchen können oder dieser Ihnen nutzt. Aber aus einem Handelsplan das zu ziehen, was zu Ihnen passt und Sie nach vorne bringt, liegt in Ihrem besten Interesse.

Wie Sie Ihren Handelsplan nutzen, ist Ihnen überlassen. Wir haben an dieser Stelle ein paar Tipps zur Erstellung eines Handelskonzepts zusammengefasst. Zudem finden Sie hier Beispiele für einen Handelsplan und ein Handelsprotokoll.