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Deutsche Börse: Börsenfusion hinter großem Fragezeichen

04.07.2016 – 11:29 Uhr: Nach dem Brexit steht die Fusion der Börse Frankfurt mit der London Stock Exchange (LSE) auf tönernen Füßen.

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Quelle: Bloomberg

WERBEMITTEILUNG: Dabei gilt die Abstimmung der LSE-Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung derzeit noch als niedrigste Hürde. Der überraschende EU-Austritt Großbritanniens sorgt jedoch für neue Rahmenbedingungen nicht zuletzt aus regulatorischer Perspektive. Die kritischen Stimmen aus Deutschlands Finanzmetropole am Main mehren sich jedenfalls.

"Es ist schwer vorstellbar, dass der wichtigste Börsenplatz im Euroraum von einem Standort außerhalb der EU gesteuert wird", sagte der Präsident der Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld. "Da wird man sicher nachjustieren müssen." "Ein Hauptsitz außerhalb der Eurozone war schon bisher schwer zu begründen, außerhalb der EU halte ich eine gemeinsame europäische Börse für nicht vermittelbar", schließt sich der Sparkassen-Verbandschef Georg Fahrenschon den Zweiflern an. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier erklärt derweil, dass geklärt werden müsse, "ob das Land (Bundesland Hessen) seinen Aufsichtspflichten entsprechen kann, wenn der Sitz der Holding in Großbritannien sein soll. Dies wirft Fragen auf."

Vor diesem Hintergrund wächst auch bei der Deutschen Börse die Einsicht, dass es bei einem EU-Austritt Großbritanniens politisch kaum durchsetzbar sein dürfte, London zum Kern der europäischen Superbörse zu machen. Die britische Hauptstadt wäre dann als rechtlicher Hauptsitz des fusionierten Konzerns nicht mehr vorstellbar. Dem Deutsche-Börse-Aufsichtsratschef Joachim Faber zufolge sei es nach dem sog. Brexit "nun wichtiger als zuvor, die finanzwirtschaftliche Verbindung zum Vereinigten Königreich stabil zu halten. Der Finanzplatz Frankfurt sollte dabei eine Führungsrolle einnehmen und die Verbindung zwischen Europas größter Volkswirtschaft mit London als dem größten Finanzplatz der Welt sicherstellen." 

Damit muss es allerdings nicht zwingend auf Frankfurt als Hauptsitz hinauslaufen, heißt es aus Börsenkreisen. So könnte als Kompromiss auch eine andere europäische Stadt mit Standort in der EU, wie etwa Amsterdam, ins Spiel kommen. Klare Worte findet der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding: "Die Führung der Deutschen Börse sollte ihre bisherigen Fusionspläne nochmals kritisch hinterfragen und massiv anpassen oder ganz begraben". (Quelle: Telebörse, dpa).

Die Deutsche Börse-Aktie weist derzeit ein Plus von etwa 0,5% auf 73,53 EUR auf.

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Quelle: IG Handelsplattform

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